Vorstellung der Freiwilligen Feuerwehr Lamstedt

Die Freiwillige Feuerwehr Lamstedt wurde 1891 gegründet, so dass man 2016 auf eine 125-jährige Geschichte der Wehr zurückblicken konnte. Die Lamstedter Wehr hat sich im Laufe der Jahre feuerwehrtechnisch ständig dem Stand der Dinge angepasst und im Jahr 2002 ein neues Domizil im Gewerbegebiet „An der Gösche“ in Lamstedt bezogen. Hierbei wurden durch die Ortswehr erhebliche Eigenleistungen erbracht.

Die Geschichte des Brandschutzes in Lamstedt reicht allerdings weiter zurück. Nachdem das Bördezentrum wiederholt von Feuersbrünsten heimgesucht worden war, bei denen unter anderem 1812 das ganze Dorfzentrum und der Kirchturm vernichtet wurden, kann man den Akten des Kreisarchivs entnehmen, dass bereits 1812 ein Feuerspritzenhaus und eine Spritze vorhanden waren, die von der Kirchengemeinde unterhalten wurden.

Am 01. August 1866 erklärte sich der Gemeindeausschuss Lamstedt damit einverstanden, das Brandschutzgerät zu übernehmen. Die Gemeinde musste sich jedoch verpflichten, auch in Zukunft eine Spritze zu unterhalten und die gegenwärtigen und zukünftigen christlichen Gebäude in Lamstedt von der Mitunterhaltung der Spritze samt Zubehör freizustellen.  Ab 1880 gab es eine rechtskräftige Feuerlöschordnung. In ihr wurde z.B. bestimmt, dass die Gemeinde eine Feuerspritze, 3 Feuerteiche, 12 Feuereimer, 2 lange Feuerhaken, eine 8 – 10 m lange Leiter und 2 Laternen unterhalten müsse. Außerdem gab es eine Feuerordnung, in der genau geregelt war, wer im Dorf bei Ausbruch eines Feuers was zu tun hat.

Am 15.02.1891 wurde dann schließlich die Freiwillige Feuerwehr Lamstedt gegründet und verfügte am 21.04.1981 unter dem Kommando von Stellenbesitzer Wilhelm Bahrs bereits über 60 Mitglieder, 2 große Spritzen, 4 Handspritzen, 2 große Feuerwehrleitern, 24 Feuereimer aus Hanf, 1 Schlauchwagen, 300m Schläuche und einen Wasserwagen.

Im September 1891 wurden dann die Freiwillige und die Gemeindefeuerwehr zusammengeschlossen, da es nur ein Spritzenhaus gäbe und die Feuerwehren im Falle eines Brandes sonst leicht in Streit geraten könnten.

1897 wurde der Stellenbesitzer Matthias Blanken Kommandeur und 1900 vom Maurermeister Johann Detje abgelöst. Von 1903 bis 1904 führte der Maurermeister Jürgen Abbenseth dann die Wehr, bevor Johann Detje das Amt dann bis 1921 erneut übernahm. Nach ihm wurde der Gastwirt Hinrich Mangels zum Hauptmann der Wehr.

1925 bekam die Wehr dann ihre erste Motorspritze der Marke Fischer/Görlitz. Da zu diesem Zeitpunkt kein Motorwagen zu Verfügung stand, wurde dieser zunächst vom Postauto gezogen. 1927 kam dann ein Motorwagen dazu.

Nachdem 1928 ein neuer Hauptmann gewählt werden musste, übernahm der Landwirt Wilhelm Mügge dieses Amt.

1937 zog man vom alten Spritzenhaus, gegenüber der Molkerei, in ein neues Spritzenhaus. An diesem Standort steht heute das Bördemuseum.

Im Gemeindeprotokoll von 1941 wird dann der Sattlermeister Johannes Badenius als Wehrführer genannt.

1942 bekam die Wehr ein neues „leichtes Löschgruppenfahrzeug“ (LLG), mit dem die Kameraden auch 1943, nach den großen Bombenangriffen, in Hamburg eingesetzt wurden.

Da der bisherige Ortsbrandmeister sein Amt 1951 aus beruflichen Gründen zur Verfügung stellte, wurde der Schmiedemeister Klaus Kröncke zum Ortsbrandmeister.

Im Jahre 1956 erhielt die Feuerwehr dann eine neue TS 8/8 (Tragkraftspritze mit 800 l/Minute Nennförderstrom bei 8 bar Nennförderdruck) der Marke Balke.

1958 wurde das Feuerwehrhaus an der Schützenstraße errichtet, welches mit drei Stellplätzen und der Schlauchpflegerei ausreichend Platz bot, heute findet man in den Räumlichkeiten ein Radio- und Fernsehgeschäft.

Da Klaus Kröncke 1960 die Altersgrenze erreicht hatte, wurde der Verwaltungsangestellte Heinrich Stüve sein Nachfolger.

1961 wurden dann auf Bundesebene Fahrzeuge für den zivilen Bevölkerungsschutz verteilt und man erhielt ein Tanklöschfahrzeug der Marke Mercedes-Unimog mit 800l Löschwasser an Bord, dieser „Tanker“ wurde dann zum wichtigsten Fahrzeug der Wehr und man gehörte nun der ZS-Feuerwehrbereitschaft Nr.7 Land Hadeln an.

Am 11. Dezember 1964 wurde das LF dann durch ein LF8 auf Opel Blitz mit Vorbaupumpe abgelöst.

1975 wurde von der Samtgemeinde ein VW-Bus als Einsatzleitwagen beschafft und in Lamstedt stationiert.

Nach dem plötzlichen Tod von Heinrich (Heini) Stüve im September 1978 führte sein bisheriger Stellvertreter Erwin Päuser die Wehr, bevor der Schornsteinfegermeister Hartmut Müller im November seine Nachfolge übernahm.

1985 wurde das TLF durch ein neues TLF 8/18W auf Mercedes-Unimog-Fahrgestell mit Schlingmann-Aufbau und einem Wassertank von 1.800l Wasser ersetzt.

Aufgrund der gestiegenen Zahl an Einsätzen bei Verkehrsunfällen wurde 1986 ein so genannter GW-Z (Gerätewagen mit Zusatzbeladung) auf Mercedes-Fahrgestell und mit Schlingmann-Aufbau angeschafft, um für Verkehrsunfällen und anderen Hilfeleistungen besser gerüstet zu sein.

Das mittlerweile in die Jahre gekommene LF8 auf Opel Blitz wurde dann 1988 als drittes Fahrzeug innerhalb von vier Jahren gegen ein LF8 auf Mercedes-Fahrgestell mit Metz-Aufbau ersetzt.

Hartmut Müller wurde dann 1989 zum Gemeindebrandmeister gewählt und stellte sein Amt zur Verfügung, woraufhin der Beratungstechniker Hermann Offermann zum neuen Ortsbrandmeister gewählt wurde.

1998 war es dann erforderlich den in Lamstedt stationierten ELW zu ersetzen, da hier eine Instandsetzung nicht mehr möglich war, also wurde ein neuer VW-Bus als ELW angeschafft.

1999 entschloss man sich dazu eine Jugendfeuerwehr in der Börde Lamstedt zu gründen, um den Nachwuchs auch in Zukunft sicher zu stellen, diese Jugendfeuerwehr Börde Lamstedt wurde der Ortsfeuerwehr Lamstedt angegliedert und steht allen Jugendlichen aus der Börde offen.

Da das alte Feuerwehrhaus in der Schützenstraße nicht mehr genug Platz bot, wurde 2002 mit viel Eigenleistung ein neues Feuerwehrhaus „An der Gösche“ errichtet.

Da Hermann Offermann im Jahre 2007 die Altersgrenze erreicht hatte, wurde der Installateur- und Heizungsbauermeister Gerhard Tiedemann zum neuen Ortsbrandmeister gewählt.

Da Gerhard Tiedemann 2013 allerdings zum Gemeindebrandmeister gewählt wurde, wurde der Elektromeister Torben Offermann zu seinem Nachfolger gewählt.

Das letzte neue Fahrzeug erhielt die Wehr im Herbst 2014, das LF8 wurde durch ein LF10 auf Mercedes-Atego-Fahrgestell mit Schlingmann-Aufbau ersetzt. 

Heute besteht der Fuhrpark der Stützpunktwehr aus einem Einsatzleitwagen (ELW), einem Gerätewagen (GW-Z), einem Tanklöschfahrzeug (TLF 8/18) und einem Löschgruppenfahrzeug (LF 10).

Die Wehr hat derzeitig 42 aktive Mitglieder der Einsatzabteilung mit einem Durchschnittsalter von 37 Jahren, 15 Ehrenmitglieder mit dem Ehrenortsbrandmeister Hermann Offermann sowie über 200 fördernden Mitglieder.

Ortsbrandmeister der Wehr ist seit 2013 Torben Offermann, sein Stellvertreter ist Jan Bornemann.

Das Haupteinsatzgeschehen ist die Brandbekämpfung und die Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen. Zu den schwersten Einsätzen gehörte ein Großfeuer im Blähtonwerk der Fibo Exclay Deutschland GmbH (ehem. Leca Deutschland) im Jahre 1995, sowie leider immer wieder schwere Verkehrsunfälle mit schwer- oder tödlich Verletzten. Des Weiteren gehören der ELW und der GW-Z zum TH-Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft Cuxhaven-Ost (Land Hadeln), wobei hier die Hochwassereinsätze 2002, 2006 und 2013 im Landkreis Lüchow-Dannenberg hervor zu heben sind. Ebenfalls mit der Kreisfeuerwehrbereitschaft waren 1975 Kameraden bei der Waldbrandkatastrophe in den Landkreisen Celle und Lüchow-Dannenberg eingesetzt.

Die Ortswehr unterstützt mit Aktivitäten zum Dorfleben wie der Ausrichtung des alljährlichen Maibaumfestes oder der Organisation des Weihnachtsmarktes die Gemeinde Lamstedt.  Aber auch die Kameradschaftspflege wird in Lamstedt nicht vergessen. 2016 sollen in Lamstedt die Tage der Hadler Feuerwehren ausgerichtet werden.

Außerdem pflegt die Ortswehr eine aktive Partnerschaft zur Feuerwehr in Wladyslawowo, Polen, der Partnergemeinde der Samtgemeinde Börde Lamstedt.

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