Wildbienen stechen nicht – JF Börde Lamstedt baut Insektenhotel auf

Wildbienen, um die es beim Insektenhotel geht, stechen nicht. Sie haben zwar einen Giftstachel, mit dem sie ihre Beute – andere Insekten – lähmen. Aber der ist zu schwach, um die menschliche Haut zu durchdringen. Wildbienen verteidigen auch nicht ihr Nest. Freilich – die Natürlich soll man sie nicht in die Hand nehmen und schließlich sind die Wildbienen ja nicht beim Bau des Insektenhotels dabei – sie ziehen erst später ein. Genau so ein Insektenhotel hat die Jugendfeuerwehr Börde Lamstedt jetzt unter Anleitung des stellvertretenden Jugendfeuerwehrwartes Sven Brandt gebaut. Es wurde von den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr sowie den Betreuern Sven Brandt, Stefan Müller und Lukas Bardenhagen im Göschental, dem Fahhradweg zwischen den Straßen Auf der Stroth und Jochensweg aufgestellt.

Eigentlich hat die Natur immer genügend Blütenbestäuber. Wildbienen und Hummeln gehören zur Insektengruppe der Hautflügler, von denen es in Europa rund 45 000 Arten gibt. Fast jede Art hat ihre eigene Überlebensstrategie entwickelt:
Die Sandbienen graben sich Brutkammern im Sand, die Hummeln gehen zum Nestbau auch unter die Erde, jedenfalls einige Arten. Andere versorgen ihre Brut in Käferfraßgängen in Altholz, wieder andere benutzen Spalten und Löcher in alten Bäumen oder in Stadeln und Schuppen. Auch Ritzen in altem Gemäuer kommen für manche Arten in Frage. Andere bohren ihre Brutlöcher in Lehmwände oder Bachsteilufer. Auch hohle Pflanzenstängel werden benutzt. Die Wildbienen sind trotzdem auf Hilfe angewiesen. Ein Insektenhotel, wie es die Jugendfeuerwehr gebaut hat, ist da eine gute Sache. Leider ist in den letzten Jahrzehnten der Lebensraum der Wildbienen stark eingeschränkt worden, so dass viele von ihnen heute zu den bedrohten Arten gehören. Kein Wunder, denn morsche Bäume mit Löchern und Käferfraßgängen werden schnell umgesägt, alte Schuppen und alte Mauern werden abgerissen. Hecken, alte Obstbäume oder auch nur extensiv bewirtschaftete Flächen in der Feldflur sind viel seltener geworden. Viele der fast 600 Wildbienenarten in Deutschland sind in ihrem Bestand gefährdet. Mit dem Bau von Nistplätzen ist den Wildbienen sehr geholfen. Die eigentliche Gefährdung liegt allerdings nicht in erster Linie im Rückgang der Nistmöglichkeiten, sondern im Verlust der Nahrungspflanzen. In Verbindung mit dem Bau eines Insektenhotels sollte man auch überlegen, ob man etwas für die Verbesserung des Umfelds tun kann. Kann man vielleicht eine Blumenwiese anlegen, die erst im Herbst gemäht wird? Oder eine Hecke mit heimischen Sträuchern wie Heckenrose, Hasel, Schlehe, Weißdorn pflanzen. Im Göschental haben die jungen Lamstedter Brandschützer jedenfalls mit viel Engagement einen wichtigen Beitrag für das Wohl der Insekten geleistet.

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Bremervörder Zeitung / Rundschau

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